Mittwoch 29. Juli

Heute ist Staffel angesagt. Achtung, fertig, los!

Etwas widerwillig versuche ich mein gemütliches Elchgalopp-Tempo der letzten Tage zu erhöhen: über eine Felsplatte, rein unter dunkles Grün, Posten 1 ! Quer rüber zur Felswand, beim Stein:  Posten 2 . Läuft gut, mein weiterer Plan: Weglein, langer Hügel, Strasse und rein zu Posten 3. Ich heize übers Weglein und denke: “ So eine Sicherheitsroute, wozu bin ich eigentlich in Schweden?“ Sofort stelle ich irgendwo meinen Kompass Richtung Posten, düse quer über Hügel, doch Nummer 3 kommt nicht.  Also: Plan B, ich fang mich doch einfach auf der Strasse auf. Schon kann ich die Autos hören. Dumm, dazwischen liegt ein Sumpf. Ein Blick auf die Karte genügt: nur ein kleines, schmales Sümpflein. Also quer durch. Die Schilfstängel lassen mich kurz zögern – doch egal, das schaff ich schon! Ich zwänge mich durchs dichte Röhricht, Füsse nass, schon sinke ich bis zu den Knien ein, “ wird schon wieder seichter“, denke ich. Doch upps! Das Wasser steht mir schon bis zum Bauch und bald stecke ich bis zur Brust in dieser verdammten Brühe. Zum Glück bin ich nicht der Kleinste! Ich kämpfe und, Hilfe! Plötzlich spüre ich keinen Grund mehr unter meinen Bold-Schuhen. Eine brutale Panikwelle flutet meinen Körper. Wird mich dieser elene Schilfsumpf direkt neben der Strasse runterziehen? Werde ich elend ersaufen? Meine Füsse strampeln. Doch, nein! Ich atme tief aus  …….. und augenblicklich beruhigt sich mein Nervensystem. Ich lege mich flach wie ein Krokodil zwischen die grünen Stängel und denke ans Abenteuerbuch eines Engländers, der sich samt 30 Kilo Gepäck durchs Amazonasgebiet gekämpft hat.  Da bin ich echt gut dran: keine gefährlichen Tiere und nur Karte und Kompass zum Transportieren! Endlich stosse ich wieder auf Grund und erreiche das andere Ufer. Jetzt einfach hoch zur Strasse, doch oh Schreck! Ich sehe nur Gärten und die Rückseite von Holzhäuschen. Triefend nass eile ich gebückt durch die Backyards, komme zur Strasse, überquere eine Brücke und laufe  weitere Posten an. Nun schüttet es wie aus Kübeln, nasser kann ich ja kaum werden.  Mitten auf einer wilden  Waldwiese wird es plötzlich gleissend hell, gleichzeitig ein Riesenknall, die Schallwelle wirft mich fast auf den Boden. Mein Herz rast, ich sprinte zum Waldrand und wieder schlägt ein Blitz ganz in der Nähe ein.

Glücklich zurück,  ich zerre meine klatschnassen Kleider vom Leib, langsam weicht der Schreck. Ich bin froh, dass alle Blitz, Donner, Sümpfe und gewisse Navigationsprobleme am Start   (-;   gut überlebt haben.                                                                                    Andi B.

PS  Eigentlich sollte heute gemäss Lennart und anderen schwedischen Wetterfröschen ein trockener Tag sein!

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